MUNTER – Ergebnisse aus zwei Jahren Feldbiologie belegen wichtige Ökosystemleistungen von Agrarholz- und Silphiekulturen

OG MUNTER diskutiert die Vielfalt in den Agrarholzkulturen auf dem Ingweilerhof in Reipoltskirchen

Die Biolog*innen und Ökolog*innen von gutschker-dongus haben nun ihren Endbericht über zwei Jahre Feldarbeit im Projekt MUNTER vorgestellt. Hier wurden Lebensräume und Arten in repräsentativen Landschaftsausschnitten der drei landwirtschaftlichen Betriebe kartiert. Die Erfassung erfolgte nach einer abgespeckten Version der Feldarbeiten des Verbundprojekts ELKE. Die Besonderheit lag im direkten Raumverbund der untersuchten Kulturen mit benachbarten Quellbiotopen und den dort vertretenen Arten. Es wurden also nicht zwei isolierte Lebensräume miteinander verglichen, sondern die Verhältnisse der umgebenden Kulturlandschaft wurde in die Betrachtung und Bewertung der Kulturen und deren Leistungen innerhalb des Landschaftsausschnittes mit einbezogen.

Ein wesentliches Ergebnis ist, dass die neuen Kulturen Arten aus unterschiedlichen Lebensräumen aufnehmen und damit eine neue Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften aufweisen. Insofern bilden sie neue Kulturlebensräume in unseren Landschaften. Je nachdem wie vielfältig die Nachbarschaft der Kulturen ist, zeigt sich auch eine z.T. bemerkenswerte Artenvielfalt in den Agrarholzstrukturen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist der Ingweiler Hof denn 2019 konnten 90 verschiedene Pflanzenarten in dessen Agrarholzsystemen nachgewiesen werden. Es kommt unteranderem auch auf den sogenannten Randlinienreichtum wie auch diverse Standortfaktoren an. Denn an den Übergängen oder in Bestandslücken treffen unterschiedliche „Siedler“ aufeinander, welche die Biodiversität signifikant erhöhen. Die Untersuchungen belegen erste Trends, werfen aber auch neue Fragestellungen auf, die in späteren Untersuchungen aufgegriffen und weiter ausgearbeitet werden müssen. Die Hinweise stützen die schon in ELKE formulierte und in MUNTER aufgegriffene These, dass sowohl die Anordnung im Raum als auch die Zyklen der Bewirtschaftung die biologische Vielfalt in Raum und Zeit steigern kann.

Die Landwirtschaft kann mit diesen Kulturen also Beiträge für die Biodiversität unserer Kulturlandschaften erarbeiten. Gleichzeitig stellt sie einen wirksamen Erosionsschutz und/oder Retentionsraum zur Reduzierung des Schadenspotenzials von Starkregen und Hochwasser zur Verfügung ohne auf eine Nutzung verzichten zu müssen. Wird die gewonnene Biomasse zur Energiebereitstellung eingesetzt und substituiert so fossile Energieträger, addieren sich weitere Leistungen für den Klimaschutz zu den schon erwähnten Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Damit handelt es sich um ein echtes Mehrnutzungskonzept, dass verschiedene Leistungen auf einer Fläche gezielt zusammenführt ohne diese der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen. Ganz im Gegenteil zielt dieses Vorgehen auf das Selbstverständnis der Landwirte Biomasse zu produzieren.

Link: Bericht

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