Abschlussbericht MUNTER veröffentlicht

Für die Praxis der Landbewirtschaftung in Deutschland zeigen die Extrema (Dürre & Starkregen) wie auch die projizierte Zunahme der Starkregenereignisse einen zunehmenden Handlungsbedarf auf. Allerdings fehlen dazu regional angepasste Lösungsvorschläge, die einfach auf den eigenen Betrieb adaptierbar sind. Die operationelle Gruppe (OG) MUNTER hat diese Aufgabe auf drei Betrieben wahrgenommen und innerhalb von rund vier Jahren einen sichtbaren Anfang erarbeitet. Aus dieser Arbeit zieht die OG MUNTER drei wesentliche Schlüsse:

  1. Nur durch die Verknüpfung der Akteure im ländlichen Raum kann die notwendige klimaresiliente Kulturlandschaftsentwicklung entworfen und umgesetzt werden.
  2. Wir brauchen viel mehr Praxisprojekte, um gesichertes Wissen für die Berufskollegen und das Land Rheinland-Pfalz aufbauen und daraus eine Landesstrategie ableiten zu können.
  3. Eine moderne nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung wird in der aktuell vor allem sektoral ausgerichteten Bearbeitung von Einzelaspekten/Fachsichten nicht mehr befriedigend gelingen. Wir benötigen mehr sektorübergreifende und verbindende Schnittstellen für die Kulturlandschaftsentwicklung, um die aktuellen Herausforderungen effektiv und effizient bearbeiten und über tragfähige Kompromisse lösen zu können.

Auch wenn das in MUNTER entwickelte Managementsystem einsatzbereit ist und in der Praxis bereits an der Weiterentwicklung gearbeitet wird, ist zugleich doch für eine breite Anwendung der Projektergebnisse im Hochwasserschutz noch ein grundlegender Paradigmenwechsel notwendig, der über die hier verfolgte Praxisforschung weit hinaus geht und auf das Grundverständnis des Wasserbaus und verbundener gesetzlicher Regelungen & Administration zielt:

  1. Das Wasser wird grundsätzlich nicht mehr so schnell wie möglich weggeführt, sondern so lange wie möglich in der Kulturlandschaft gehalten (speichern & verzögern & verlangsamen).
  2. Die Ortschaften müssen grundsätzlich die Bewirtschaftung von Regenwasser neu denken und auch hier so lange wie möglich auf Freiflächen wie am Baukörper zwischenspeichern bevor dieses in die bei Starkregen i.d.R. vollkommen überlasteten Kanalsysteme abgeschlagen werden. Ist das Wasser in den aufnehmenden Kanälen und Gewässern angekommen, muss es tatsächlich so schnell wie möglich aus der Ortschaft abgeführt werden.
  3. Eine eingeschränkte Betrachtung von Gewässern und Ortschaften z.B. für die Herstellung von Hochwasserschutzkonzepten ist nicht ausreichend. Die Wasserbewirtschaftung in der freien Landschaft beginnt mit den Kulturen der Land- und Forstwirtschaft.
  4. Die Bewirtschaftung des gesamten Wassers in der Kulturlandschaft muss in neuen sektorübergreifenden Strategien praxisgerecht gedacht und sukzessive konkret entwickelt werden.

Es geht um nichts anderes als um eine systematische Neuausrichtung der Wasserbewirtschaftung in der Kulturlandschafts- und Siedlungsentwicklung. Die Forschung muss dabei auch Lösungen mit der Praxis erarbeiten, die die beteiligten Akteure nicht überfordert, sondern mit diesen gemeinsam wirksame Lösungen z.B. über neue Landnutzungsstrategien gestaltet. Natürlich geht es dabei im Ergebnis der Kulturlandschaftsentwicklung um Kompromisse, die eine ausgewogene Nutzung wie Benutzung von Landschaftsressourcen zulässt.

Es darf kein Abwarten oder Zaudern mehr geben, notwendige Veränderungen gelingen mit einem neuen Denken durch trans- wie interdisziplinäre Teams, das Land braucht eine neue kooperative Strategie in der Kulturlandschaftsentwicklung.

Die OG MUNTER hatte dazu einige pragmatische Beiträge erarbeitet und umgesetzt.

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